Brücken zu Dir

Es ist zur Tradition geworden, dass der Pfarreirat Ganterschwil ein Thema ausarbeitet, zu welchem die Pfarreiangehörigen angesprochen und über den Zeitraumeines Jahres zu verschiedenen Anlässeneingeladen werden.
 
Am diesjährigen Pfarreifest haben wir unser neues Pfarreithemamit dem Namen «Brücken zu Dir» aufgegriffen und mit kleinen Inputs den Auftakt zum Thema gemacht.
 
Mit der Umsetzung von «Brücken zu Dir» möchten wir verschiedene Zugänge zu Gott und den Mitmenschen ermöglichen.
 
Ganterschwil hat eine besondere Beziehung zu Brücken. Ist unser Dorf doch vorwiegend über Brücken zu erreichen. Brücken sind Verbindungen, welche es möglich machen, unwegsames Gelände zu überwinden und heil auf die gegenüberliegende Seite zu gelangen. In diesem Sinne wollen wir als Pfarrei das Brückenbauen und Begehen als Grundhaltung auf spielerische, gemeinschaftliche Weisepflegen und möglichst viele Personengruppen damit ansprechen.
 
Wir möchten Begegnungen zwischen jung und alt fördern und ganz allgemein das Interesse für die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschengruppen wecken und pflegen. Offenheit gegenüber Andersdenkenden und Andersgläubigen sind uns ein wichtiges Anliegen sowie das tatkräftige Brückenbauen zu Notleidenden in unserer Umgebung und in der Welt.
 
Konkret planen wir ein Kinderangebot zu einem Brückenbaunachmittag, die Gestaltung eines Brückengottesdienstes und eine Wanderung, bei der Brücken eine grosse Rolle spielen. Bestehende Brücken wollen gepflegt und unterhalten werden. So möchten wir auch auf der Beziehungsebene Verbindungen stärken, z.B. in Form eines speziellen Tanzabends für Ehepaare und einem Gottesdienst zur Feier der Ehejubiläen.
 
Sie werden dem Brückenthema jedoch auch in Frauengottes-diensten, Chinderfiiren und Predigtgedanken begegnen. Immer wieder erinnern und feiern wir unsere Beziehung zu Gott, welche durch das Sinnbild des Regenbogens als wunderschöne Beziehungsbrücke dargestellt wird.
 
Wir als Pfarreirat freuen uns, mit Ihnen zusammen dieses Thema weiter zu denken und Taten daraus wachsen zu lassen.
Sylvia Suter, Pfarreiratspräsidentin
 

Pfarreileben 2010

 

Pfarreileben 2010

Inspiriert vom diesjährigen Pfarreimotto „Brücken zu Dir“ wurden vielfältige Angebote und Begegnungen möglich. Einmal mehr war es dem Pfarreirat zusammen mit Marcus Schatton wichtig, den Brückenbau vom Mensch zu Gott aber auch von Mensch zu Mensch zu fördern. Mit unterschiedlichen Angeboten und Aktivitäten wurden einerseits neue Brücken geschlagen und die traditionellen Zugänge gepflegt. Beziehungen gestalten, auf Gott und die Menschen zu achten und Wege der Begegnung zu finden war ein präsentes Anliegen.
 
Mit der Errichtung der Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg wuchs die Zusammenarbeit über die Pfarreigrenzen hinaus. Die Klausurtagung in Ittingen vom 12./13. März trug zum Kennenlernen der Ratsmitglieder und des gesamten Seelsorgeteams untereinander bei. Gemeinsam haben wir uns zum Thema Sinus-Milieus weitergebildet. Wir konnten uns vertieft mit den Bedürfnissen von Menschen in unterschiedlichen Milieus Gedanken machen und dabei Schlüsse für die zukünftige Pfarreiarbeit ziehen. Daraus sind Arbeitsgruppen entstanden, die sich im Speziellen mit Reise- und Wallfahrtsangeboten , mit dem Thema Armutsbekämpfung und mit verschiedenen Gottesdienstformen befassen. Die Ratsmitglieder anderer Pfarr- und Kirchgemeinden kennenzulernen und gemeinsame Wege zu gehen, fügte sich bestens in unser Brückenbauerthema ein.
 
Ein weiterer Höhepunkt für unsere Pfarrei war die Weihe von Pastoralassistent Marcus Schatton zum Diakon. Viele Pfarreiangehörige waren am 5. Juni 2010 der Einladung in die Kathedrale von St. Gallen gefolgt. Gemeinsam konnten sie miterleben, wie unser Pfarreileiter mit eindrücklicher Verbindlichkeit zu seiner Aufgabe, für Gott und die Menschen da zu sein, „Ja“ sagte. Dies ist ein weiterer Mosaikstein in der Stärkung unserer Gemeinschaft und dem Erleben von Pfarreisein. Wenn Menschen aus unseren Reihen den ganz besonderen Ruf annehmen, kann dies auch Kraft und Mut in Berufstätigen, Familienfrauen und Schulkindern wecken, ihre Talente so zu entwickeln, wie Gott sie in ihnen angelegt hat.
 
Die ökumenische Zusammenarbeit fruchtete auch im vergangenen Jahr in vielfältigen Angeboten. Das gute Einvernehmen der Hauptamtlichen wirkte bis in die Vorbereitungsgruppen von Fiire mit de Chline, Weltgebetstag, Suppenzmittag, Erntedankanlass und weiteren gemeinsamen Aktionen. Zur Pflege der eigenen Spiritualität wurde das ökumenische Projekt „Geistliche Erkundungen – Exerzitien im Alltag“ angeboten.
 
Während der Zeit des Bildungsurlaubs von Diakon Marcus Schatton und Pfarrer Josef Manser hat Peter Malima aus Tanzania die priesterlichen Dienste übernommen. Am Begegnungsanlass vom 17.September bot sich die ideale Gelegenheit von Freuden und Sorgen seines Heimatlandes Tanzania zu hören. Dieser Blick über unsere Landesgrenzen hinaus öffnete und das Herz für die Anliegen von Menschen, welche in einem anderen Kontext leben.
So konnte auch für die Mütter mit ihren Kleinkindern in Burundi wieder die Blätzlistrickaktion gestartet werden. Für die beträchtlichen Transportkosten der Decken konnte ein schöner finanzieller Beitrag aus unserer Pfarrei gesammelt werden.
 
Der Schweizerische katholische Frauenbund hat speziell im Hinblick auf das Jahr der Freiwilligenarbeit 2011 den Begriff des „ Freien Engagements“ eingebracht. Tatsächlich entscheiden sich auch noch in der heutigen Zeit viele Menschen einen Teil ihrer Freizeit anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. Ohne die zahlreichen Brückenbauer/Innen welche sich für Einsätze z.B. bei Geburtstagsbesuchen der Senioren, in der Wegbegleitung oder der Chinderfiir frei engagieren, wäre unsere Pfarrei um Vieles ärmer. Am 5. Dezember wurden alle Freiwilligen unserer Pfarrei zu einem Kirchenkaffee eingeladen und ihnen für ihren wertvollen Beitrag mit einem kleinen Präsent gedankt.
 
Die Kinder unserer Pfarrei bilden einen wichtigen Teil der Brückenpfeiler. Diesem Umstand wird auch immer wieder mit speziellen Angeboten Rechnung getragen. An einem konkreten Brückenbau-Nachmittag für Schulkinder, konnten diese mit eigenen Händen erleben, wie aus Zeitungspapier tragfähige Brücken entstehen.
Das gemeinsame Abendessen bildete den emotionalen Brückenschlag zur Gemeinschaft der Kinder untereinander.
So wurde auch in Treffen der Ministranten, der Erstkommunikanten und Sternsinger die Gemeinschaft als wichtiger Teil gepflegt und gefeiert.
 
 
Es bleibt mir für uns alle zu wünschen, dass wir weiterhin Brücken zueinander begehen, uns in der Mitte begegnen und Freud und Leid gemeinsam tragen, wie Christus es uns vor 2000 Jahren gezeigt hat.
 
Pfarreiratspräsidentin Sylvia Suter